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Der Metallbearbeiter in Myanmar

Druck

Der Fortschritt macht auch in Myanmar nicht halt und trotz schleppender Konjunktur besteht steigender Bedarf an verschiedensten Produkten aus Metall. Armut und Wirtschaftsembargos stellen die Metallbearbeiter aber immer wieder vor grosse Herausforderungen. Grundsätzlich müssen alle Maschinen, Vorrichtungen etc. selber repariert oder hergestellt werden, da finanziell keine andere Lösung möglich ist. Zudem fehlt es an ausgebildeten Fachkräften, weil viele technische Hochschulen geschlossen wurden und in der Folge viele Fachleute ausgewandert sind. Das CVT will mit einer vielseitigen Ausbildung die Basis schaffen, damit junge Berufsleute diese Aufgaben meistern können.

  • Metallbearbeiter
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Die Berufsbildung

Die vom CVT angebotene Berufsausbildung besteht aus 3 Bereichen. 2 Bereiche werden dabei von CVT-Seite, ein Bereich von betrieblicher Seite abgedeckt.

Die Berufsschule am CVT

Der Berufsschulunterricht erfolgt wöchentlich während 1 Tag. Neben den Berufskundefächern Materialkunde, Fertigungstechnik, Technisches Zeichnen und Fachrechnen, werden auch die Allgemeinbildungsfächer Englisch, Burmesisch und Allgemeinwissen unterrichtet. Jede Klasse besteht aus Lernenden aus verschiedenen Betrieben, was fachlichen Austausch und wertvolle Netzwerke ermöglicht.

Praktische Kurse am CVT

Die praktischen Kurse (Practical Training Courses – PTC) sind dazu da, den Lernenden grundlegende praktische Erfahrungen in allen Teilbereichen des Berufes zu ermöglichen und die Theorie in die Praxis umzusetzen. Die 3 Kurse sind über die 3 Lehrjahre verteilt und dauern jeweils 2-3 Wochen. Sie werden im CVT-eigenen Kurslokal durchgeführt und beinhalten folgende Schwerpunkte:

  • Kurs 1
    Schmieden und Werkbankarbeiten wie Feilen, Sägen, Meisseln, Bohren, Schmieden.    
  • Kurs 2
    Giessen von Eisen- und Nichteisenmetallen mit Schwerpunkten wie Formen bauen und Abstechen, Giessen, Gussfehler untersuchen, Guss mechanisch bearbeiten mit Werkzeugmaschinen, sowie das Schweissen von Guss.    
  • Kurs 3
    Spezialisierung im Bereich Maschinenbearbeitung und Schweissen: Drehen, Bohren, Hobeln und bald auch Fräsen. Folgende Schweissverfahren werden ausgebildet: Lichtbogen-, Autogen-, Schutzgas-, TIG-Schweissen und Plasma Schneiden.  Besonders Wert wird von Anfang an auf die Arbeitssicherheit gelegt, getreu nach dem Motto: „Safety first“. Der Abschluss eines Kurses bildet jeweils eine 1-tägige Exkursion, wo verschiedene Betriebe besichtigt werden.

Praktische Arbeit im Betrieb

In der täglichen betrieblichen Arbeit werden die wöchentlich gelernten Inputs der Berufsschule angewendet. Die Arbeit generiert dem Lehrling ein bescheidenes Einkommen, welches für die Lernenden überlebenswichtig ist und oft auch noch deren Familie finanziell unterstützt.

Die Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung erfolg am Ende der 3-jährigen Ausbildung und besteht aus total 8 theoretischen Teilen und einer praktischen Prüfung:  Berufsspezifische Theorie – Arbeitstechnik mit Schwerpunkt Schweissen – Maschinentechnologie; Arbeiten an Werkzeugmaschinen – Materialkunde – Mathematik – Technisches Zeichnen  Allgemein bildende Theorie – Englisch – Burmesische Sprache – Allgemeinwissen; Politik, Umwelt etc.  Praktische Prüfung Diese richtet sich nach denTätigkeiten der Auszubildenden im Lehrbetrieb, die Prüfung erfolgt einem der folgenden Schwerpunkte:  - Maschinenbearbeitung: Drehen, Bohren, Hobeln etc. – Schweissen: Verschiedene Verfahren und Materialien – Giessen: Giessen verschiedener Formen und Materialien.

Zukunftschancen

Nach abgeschlossener Ausbildung als Metal Worker sind die Absolventen in der Lage, interessante Aufgaben in der Industrie zu übernehmen, sei dies als Abteilungsleiter, Vorarbeiter oder Fachspezialist. Einige wagen den Schritt zur einer eigenen Firma.

Lehrpersonen

  • Metallbearbeiter
    Htein Win - Head of Profession
  • Metallbearbeiter
    Aung Naing San - Teacher
  • Metallbearbeiter
    Bo Bo Min Hlaing - Teacher
  • Metallbearbeiter
    Bo Bo Min Hlaing - Teacher

Unterrichten folgende Berufskundefächer:

  • Theorie: Arbeitstechniken, Material Technologie, Zeichnen
  • Praktische überbetriebliche Kurse

Experten aus der Schweiz

MW_StefanVogler

Stefan Vogler von Kerns betreut als verantwortlicher Experte den Beruf am CVT in Yangon. In der Schweiz ist er Produktionsleiter bei der Firma LEISTER, Sarnen, im Bereich Microsystems. Der gelernte Mechaniker und Wirtschaftsingenieur unterstützt zusammen mit dem Experten Daniel Glauser die burmesischen Lehrpersonen via digitale Medien oder auch mal mit einem Aufenthalt vor Ort. Dabei werden nicht „nur“ berufsspezifische Informationen ausgetauscht, sondern auch das multikulturelle Teamwork gefördert.

“Not macht erfinderisch – diese Weisheit könnte den Ursprung in einer burmesischen Werkstatt gefunden haben. Die Kreativität und der Erfindergeist machen klar, welches unterdrückte Potential in diesen Menschen steckt.”

MW_PaulZimmerli

Paul Zimmerli ist gelernter Werkzeugmacher mit über 40 Jahren Berufserfahrung, auch in verschiedenen Führungspositionen. Er kennt noch die konventionellen Herstellungstechniken vor dem CNC Zeitalter. Dies sind ideale Voraussetzungen für eine praxisnahe Ausbildung und Support im PTC, wo handwerkliches Können, Kreativität und Improvisationsfähigkeit gefragt sind.

“Eine fundierte mechanische Ausbildung ist eine gute Basis für verschiedene technische Berufe sowie für die Weiterbildung in der Industrie.”

MW_TinoRenggli

Tino Renggli von Beromünster betreut als Experte den Beruf des Metallbearbeiters am CVT in Yangon. Der gelernte Maschinenmechaniker und dipl. Techniker, MAS BA FHZ, arbeitet heute als Geschäftsführer bei der Swissmechanic Sektion Zentralschweiz. Unter anderem ist er auch für die Leitung des Ausbildungszentrums der MEM Berufe in der Zentralschweiz verantwortlich. Mit seinem Wissen und der Praxiserfahrung in der Berufsbildung ergänzt er das Expertenteam optimal.

Markus Provini erlernte den Beruf des Werkzeugmachers und bildete sich weiter zum Mechanikermeister.In verschiedenen Arbeitsstellen setzte er im Bereich Engineering, Produktion und Vorrichtungsbau sein Fachwissen und Können ein. Als Leiter der Versuchswerkstatt an der Fachhochschule Zentralschweiz bildet er selber Polymechaniker aus und bewegt sich täglich im Spannungsfeld zwischen Ausbildung und Praxis.Das ermöglicht es ihm, die Lehrer in Myanmar fachlich und organisatorisch zu unterstützen.

„Den Slogan «Wo Neugier sich bildet» möchte ich auch in die Ausbildung am CVT hineintragen.“