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Der Elektriker-Beruf in Myanmar

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Das Elektro-Installationsgewerbe ist in einem Umfeld mit starken Regenfällen und Überschwemmungen ein gefährliches Unterfangen. Sicherheitseinrichtungen sind relativ teuer, weshalb diese häufig vernachlässigt oder gar ganz weggelassen werden. Die Ausbildung basiert auf Weitergeben von Wissen innerhalb des „Betriebes“. Da Anstellungsverhältnisse oft nur kurz dauern, geht viel Wissen und Können verloren. Neue Technologien werden deshalb wenig vorangetrieben. Es wird Bekanntes gepflegt.

  • Elektriker
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Die Berufsausbildung

Die vom CVT angebotene Berufsausbildung besteht aus 3 Bereichen. 2 Bereiche werden dabei von CVT-Seite, ein Bereich von betrieblicher Seite abgedeckt.

 

Berufsschule am CVT

Der Berufsschulunterricht erfolgt wöchentlich während 1 Tag. Neben den Berufskundefächern Elektrotechnik, Materialkenntnisse, Apparatekunde und Technisches Zeichnen, werden auch die allgemein bildenden Fächer Englisch, Myanmar und Allgemeinwissen (wie Geografie und Wirtschaft) unterrichtet. In jeder Klasse sind Lernende aus verschiedenen Betrieben, was fachlichen Austausch und wertvolle Netzwerke ermöglicht.

Praktische Kurse am CVT

Die praktischen überbetrieblichen Kurse (Practical Training Courses – PTC) sind dazu da, den Lernenden grundlegende praktische Erfahrungen in allen Teilbereichen des Berufes zu ermöglichen und die Theorie in die Praxis umzusetzen. Die PTC sind auf die drei Lehrjahre verteilt und dauern jeweils zwei Wochen. Sie werden im CVT- eigenen Kurslokal durchgeführt und beinhalten folgende Schwerpunkte:

  • Kurs 1:
  • - Werkzeugkunde
  • - Materialkunde
  • - Erste Hilfe
  • - Lichtschaltungen
  • - Holz und Metallbearbeitung
  • Kurs 2:
  • - Hauptverteilung
  • - Grundlagen der Telefonie
  • - Lichtinstallationen
  • - Leitungsschutzschalter
  • - Schützensteuerung
  • - Messtechnik
  • Kurs 3:
  • - Pumpensteuerung
  • - FI Schalter
  • - Diode
  • - Messtechnik
  • - Motorensteuerungen
  • - Unfallverhütung

Der Abschluss eines Kurses bildet jeweils eine eintägige Exkursion. Dabei werden verschiedene Betriebe und Baustellen besichtigt.

Praktische Arbeit im Betrieb

In der täglichen betrieblichen Arbeit werden die wöchentlich gelernten Inputs der Berufsschule angewendet. Die Arbeit generiert Einkommen, welches für die Lernenden und ihre Familien oft überlebenswichtig ist.

Die Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung erfolgt am Ende der 3-jährigen Ausbildung. Neben den theoretischen Fächern Elektrotechnik, Normen und Standards, Fachzeichnen, Material- und Gerätekenntnisse, Englisch, Myanmar und Allgemeinwissen werden auch die praktischen Fertigkeiten geprüft.

Innerhalb von 20 Stunden müssen anhand eines Anlagebeschriebs und Schematas verschiedene Anlagen aufgebaut und in Betrieb genommen werden. Daneben gilt es, an verschiedenen vorbereiteten Anlagen Störungen zu suchen und Messungen durchzuführen.

Ein mündlicher Prüfungsteil in Form eines Expertengespräches, welches ein Kundengespräch simuliert, gehört ebenfalls zum Prüfungsplan.

Zukunftschancen

Die CVT Lernenden können nach erfolgreichem Abschluss in jedem Umfeld, ob Haus- oder Industrieinstallation, eingesetzt werden. Oftmals werden ihnen Führungsaufgaben als Abteilungs- oder Gruppenleiter übertragen, da sie den Arbeitsprozess ganzheitlich überblicken und Qualitätsstandards kennen und anwenden können. Einige eröffnen sogar ihren eigenen Installationsbetrieb für kleine Installations- und Reparaturarbeiten, sofern ihnen dies der finanzielle Spielraum erlaubt.

Lehrpersonen

  • Elektriker
    Kyaw Myat Khaing - Head of VT & Profession
  • Elektriker
    Ananda - Teacher
  • Elektriker
    Htat Aung - Lin Teacher
  • Elektriker
    Kandae - Oo Teacher

Unterrichten folgende Berufskundefächer:

  • Theorie: Materialkunde, Elektrotechnik, Physik, Chemie, Normen & Standards, technisches Zeichnen, Mathematik
  • Praktische überbetriebliche Kurse

Experten aus der Schweiz

Walter Christen, Experte Elektriker-Beruf

W. Christen Portrait
Walter Christen von Gunzgen betreut seit der ersten Stunde die praktischen Kurse der Elektriker (PTC).
Beim VKSE (Verband kantonal solothurnischer Elektroinstallateure) ist der Elektriker – Meister und Telematiker seit 23 Jahren Kursleiter.

“Die angehenden Berufsleute sollen im schwierigen Umfeld mit den zur Verfügung stehenden Materialien und Technologien eine fundierte praktische Grundausbildung erhalten. Dank Mail Kontakt und direktem Support vor Ort ist der Elektriker Beruf auf gutem Weg. Die Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen klappt ausgezeichnet.”

 

Thomas Bräutigam, Experte Elektriker-Beruf


Ihm steht Thomas Bräutigam mit Rat und Tat zur Seite, zeitweise auch vor Ort in Yangon. Thomas ist Gewerbeschullehrer an der Gewerblichen Berufsschule in Uster. Die Beratung und Unterstützung der Lehrpersonen in Yangon erfolgt vorwiegend per E-mail.

“Ein Berufsbildungsprojekt das Sinn macht.”

 

Hermann Leitner, Elektriker Experte



Hermann Leitner ist Berufskunde Lehrer an der Berufsfachschule in Brugg. Er coacht die CVT Lehrpersonen in schulischen Bereichen unter Berücksichtigung von starkem Praxisbezug.

„Ich möchte mit meinem Einsatz unterprivilegierten, oft in ärmsten Verhältnissen lebenden Menschen zu einer Berufsausbildung verhelfen, damit sie dadurch die Möglichkeit zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen erhalten.“